Weichholzauenprojekt

Weichholzauen-Entwicklung

Weichholzauen-Entwicklung als Beitrag zum naturverträglichen Hochwasserschutz
Ein interdisziplinäres Projekt, gefördert von der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt
Die vielfältigen Veränderungen von Flussauen entlang der großen Ströme Deutschlands haben zu einer drastischen Reduzierung der Weichholzauenwälder geführt. Sie zählen daher zu den von vollständiger Vernichtung bedrohten Biotoptypen Deutschlands und den prioritär zu schützenden Lebensraumtypen gemäß der europäischen FFH-Richtlinie.

Derzeit steht die Entfernung der Sträucher und Bäume im Rahmen des Hochwasserschutzes und der Gewässerunterhaltung der Entwicklung und dem Schutz von Weichholzauenwäldern entgegen. Allerdings kann das Strämungsverhalten durchströmter Weichholzauen aufgrund fehlender präziser hydraulischer Berechnungsmodelle bisher nicht exakt prognostiziert und somit keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der hydraulischen Leistungsfähigkeit gemacht werden. Ebenso liegen bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Strömung, Feststoffen und Vegetation derzeit keine Prognosemodelle vor, welche gewässermorphologische Entwicklungen in solch sensiblen Bereichen simulieren können.

Neben den Hochwasserschutzaspekten ist die Regenerierbarkeit der Weichholzauen auch aus biologischer Sicht problematisch. Zum einen ist eine Vermehrung über Samen dadurch erschwert, dass die Samen für Keimung und Etablierung auf Rohböden angewiesen sind, die heute aufgrund der fehlenden Dynamik an vielen Flüssen kaum noch vorhanden sind. Die natürliche Vermehrung und Ausbreitung von Weichholzauen ist daher und aufgrund der verbreiteten landwirtschaftlichen Nutzung stark eingeschränkt. Des Weiteren dürfte das Vorherrschen von klonaler Vermehrung, ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis der zweihäusigen Weiden- und Pappelarten und die starke Isolation der wenigen verbliebenen Bestände z.B. entlang der Mittelelbe-Niederung zu einem starken Rückgang der genetischen Diversität geführt haben.

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Umsetzung eines praxistauglichen Konzeptes zur Etablierung von struktur- und genressourcenreichen Weichholzauen an Bundeswasserstraßen unter Berücksichtigung der zu gewährleistenden Hochwassersicherheit. Modellgebiet ist die Mittelelbe-Niederung zwischen Sandau und Cumlosen (Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Strom-km 410 - 470). Das Forschungsvorhaben liefert zum einen die wissenschaftlichen Grundlagen und zum anderen den nachhaltigen Transfer in die Praxis, so dass die späteren Anwender unter Gewährleistung der hydraulischen Leistungsfähigkeit potenzielle Auenstandorte ermitteln können.


Zusammenfassung der Methoden und Ergebnisse im Praxisleitfaden (PDF, 4.559 kb)

DBU