Weichholzauenprojekt

Biotik - Habitatmodellierung

Die Zielsetzung

Ziel des Teilprojektes "Habitatmodellierung" der Biotik ist es, Standorte zu identifizieren, die sich für die Etablierung von Weichholzauen eignen. Im Fokus steht hierbei die Entwicklung von naturnahen Weichholzauen. Es werden sowohl die strukturgebenden Arten der Weichholzaue untersucht (siehe Gebiet und untersuchte Arten) als auch Artengruppen als Vegetationseinheiten (Baumweiden vs. Strauchweiden).

Das Vorgehen

Die Methodik der Habitatmodellierung zählt zu dem Bereich der statistischen Datenauswertung und basiert auf dem Zusammenhang von Arten und ihren sog. ökologischen Nischen, also den abiotischen und biotischen Bedingungen, die für das Vorkommen und Überleben einer Art in einem Lebensraum verantwortlich sind.
Die Habitatmodellierung dient dazu herauszufinden, welche Umweltbedingungen auf welche Weise mit dem Vorkommen bzw. nicht Vorkommen der einzelnen Arten zusammenhängen. Lassen sich solche Variablen identifizieren, die einen entscheidenden Einfluß nehmen, so ist es möglich auf Basis dieser Variablen die Wahrscheinlichkeit für das Vorkommen der betrachteten Arten vorherzusagen (siehe Abbildung 1a & b).

Abb. 1a: Zusammenhang zwischen Überflutungsdauer und Vorkommenswahrscheinlichkeit der Mandelweide Abb. 1b: Zusammenhang zwischen Überflutungsdauer und mittlerer Wasserstandsschwankung mit der Vorkommenswahrscheinlichkeit strauchförmiger Weichholzauen-Weiden


Das Vorgehen bei der Habitatmodellierung besteht im Wesentlichen aus zwei Schritten, der Datenaufnahme und der Datenauswertung.
Die Datenaufnahme dient dazu, zu ermitteln an welchen Standorten die Arten der Weichholzaue stehen und welche Umweltbedingungen bzw. das Vorkommen beeinflussende Variablen an den konkreten Standorten bestehen (siehe Abbildung 2).

Abb. 2a: Vorkommen verschiedener Weichholzaue-Arten Abb. 2b: Detailbeschreibung zur Art und den Umweltbedienungen am Standort


Im zweiten Schritt werden über verschiedene statistische Analysen jene Variablen herausgefiltert, die den größten Einfluss auf Vorkommen bzw. Nicht-Vorkommen der Arten besitzen.
Aus diesen Variablen lassen sich dann sog. Habitatmodelle erstellen, die auf Basis der Einfluss gebenden Variablen das Vorkommen bzw. die Abwesenheit der untersuchten Arten prognostizieren.
Als Ergebnis sind Karten vom Untersuchungsgebiet zu erwarten, die Bereiche ausweisen, die sich aus biologischer Sicht dazu eignen Weichholzauen anzupflanzen (siehe Abbildung 3).

Abb. 3: Prognostizierte Vorkommenswahrscheinlichkeit der Silberweide im Rühstädt-Bälower Boden