Weichholzauenprojekt

Projektpartner

Fachgebiet Naturschutzbiologie, Universität Marburg

Das Fachgebiet Naturschutzbiologie verfügt über langjährige Erfahrungen in der Bearbeitung auenökologischer Fragestellungen speziell an der Elbe, in der Modellierung des Vorkommens bestimmter Vegetationstypen der Auen in Bezug zu auentypischen Prozessen und der Vorhersage von Vegetationsveränderungen durch hydrologische Eingriffe wie Eindeichung, Sohlerosion und Flussregulation (LEYER 1999, 2000, 2002, 2003, LEYER & Wycisk 2001, LEYER 2004, 2005, HILDEBRANDT et al. 2005, SCHOLTEN et al., im Druck, BÜCHELE et al., eingereicht). Zum anderen sind weitreichende Expertisen zu reproduktions- und ausbreitungsbiologischen sowie populationsgenetischen Themen speziell bei Bäumen vorhanden. Die Arbeiten beschäftigen sich seit etwa zehn Jahren mit einer DNA-Marker-gestützten Biodiversitätsforschung in Waldökosystemen. Marker- Entwicklung und -Anwendung erfolgten bisher in internationalen Verbundprojekten (EUProgramme: Biotechnologie, Fair und Umwelt; DAAD) sowie in nationalen Projekten (DFG, UBA/BMU). Mit Hilfe von DNA-Markern aus unterschiedlichen Bereichen von Kern- und Organellen-DNA konnten ausbreitungsbiologische bzw. populationsgenetische Prozesse von der Ebene des Individuums bis hin zu den Populationen eines jeweiligen gesamten Verbreitungsgebietes rekonstruiert und zukünftige Entwicklungen prognostiziert werden (siehe z.B. LIEPELT et al. 2002, CREMER et al. 2003, SCHUELER et al. 2003 und im Druck, VENDRAMIN et al. 2003, ZIEGENHAGEN et al. 2003, 2004).

Institut für Wasser und Gewässerentwicklung, Universität Karlsruhe

Das Institut für Wasser und Gewässerentwicklung verfügt über langjährige Erfahrungen bei der Bearbeitung wasserwirtschaftlicher Fragestellungen an kleinen und großen deutschen Wasserstraßen. Beispielhaft können hier die Arbeiten von KIENE 1997, SCHERLE 1999, DITTRICH 1998, KOLL 2002 und das BMBF-Verbundprojekt "Morphodynamik der Elbe" (NESTMANN, BÜCHELE 2002) genannt werden. Ein Schwerpunkt der Forschung am Institut wurde in den letzten Jahren unter anderem auf den Bereich der Hydraulik naturnaher Fließgewässer gelegt (BECKER 1999, SCHNAUDER 2004, LEHMANN 2002a, 2002b und 2005, VOLLMER 2005).
Des weiteren liegen langjährige Erfahrungen im Bereich der hydrodynamischnumerischen Fließgewässermodellierung und des operationellen Hochwasserschutzes vor (MINH THU 2002, OBERLE im Druck).

Amt für Forstwirtschaft Kyritz

Die im Land Brandenburg gelegenen Flächen des Projektgebietes liegen im Zuständigkeitsbereich des Amtes für Forstwirtschaft Kyritz. Die Vermehrung von Populus unterliegt den Regelungen der Forstvermehrungsgutgesetzes. Die zuständige Kontrollstelle für forstliches Vermehrungsgut im Land Brandenburg ist im AfF Kyritz integriert. Das Amt verfügt sowohl über Forstingenieure und Fachleute vor Ort als auch über die erforderliche Kapazität von erfahrenen Waldarbeitern. Gegenwärtig realisieren diese Kollegen bereits ähnliche Projekte im Zusammenhang mit der Deichrückverlegung Lenzen/Elbe. Am Standort Lenzen betreibt die Oberförsterei Gadow in einem Pflanzgarten bereits Vermehrung von autochthonem Vermehrungsgut zum Zwecke der Verwendung in der Elbtalaue. Das geplante Vorhaben stellt eine sinnvolle Erweiterung dieser Aufgabenstellung dar. Die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung bei ähnlichen Projekten ist außerdem hilfreich.

Biosphärenreservat Mittelelbe

Das Biosphärenreservat Mittelelbe besitzt vielfältige Erfahrungen in der Durchführung von Forschungsvorhaben und deren praktische Umsetzung insbesondere in Bezug zu Auwaldneuanlagen. Hier sind z.B. ein EU-Life-Projekt zur Renaturierung von Altwässern und ein Naturschutz-Großprojekt zur Deichrückverlegung und Entwicklung naturnaher Auwälder im Bereich der Mittleren Elbe zu nennen. Viele Informationen zur Weichholzauen-Entwicklung im Biosphärenreservat laufen in der Verwaltung zusammen und können für die Durchführung des Vorhabens genutzt werden. Die Verwaltung verfügt über das nötige erfahrene Personal von forstlich ausgebildeten Waldarbeitern und Landschaftspflegern, die die vorgesehenen Pflanzungen mit Vorarbeiten und Zäunungen durchführen können.

Projektförderer: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, gegründet 1990, gehört zu den größten Stiftungen Europas. Unterstützt werden innovative beispielhafte Projekte zum Umweltschutz. Im Laufe der vergangenen Jahre floßen über 1,2 Mrd. Euro Fördervolumen in mehr als 6800 Projekte.